Die Bibel wurde in die 700. Sprache übersetzt

Artikel u. Grafik mit freundlicher Genehmigung
adaptiert von Wycliff-England.

Afrikaner/innen, blau und schwarz gekleidet, gehen auf Straße nebeneinander. Ein Mann hält etwas wie in großes Buch hoch.
Marsch durch das Dorf Chiringa mit einem großen Modell der Ellomwe-Bibel. Foto: Bible Society of Malawi

Dieses Jahr wurde ein neuer Meilenstein erreicht: Die Übersetzung der gesamten Bibel in die 700. Sprache!

Tatsächlich wurden weltweit mehrere Bibeln ungefähr zur gleichen Zeit veröffentlicht (einige davon in Buchform, andere digital), daher kann man nicht sagen, welche Übersetzung die 700. war. Das zeigt, wie sehr sich die Arbeit der Bibelübersetzung beschleunigt hat. Weiterlesen »

Hochzeit mit Ewigkeitswert

Grau-weiß verkleidete Decke eines runden Saales mit Kronleuchter. Seine Form ähnelt einem Kegel o. einem umgedrehten Bleilot.

Fröhliche Stimmen erfüllen den Raum. Überall plaudern und lachen festlich gekleidete Menschen. Vorfreude liegt in der Luft. Von der Decke funkelt ein großer Kronleuchter. Er verleiht der bereits festlichen Atmosphäre noch mehr Glanz. Der köstliche Duft von Reis, Fleisch, gegrilltem Fisch und traditionellen Gerichten lockt die Gäste ans Büffet. Musik lädt zum Tanzen ein.

Alles wirkt genau so wie bei jeder anderen Hochzeit in diesem Teil des Nahen Ostens. Mit einer Ausnahme: Weder Braut noch Bräutigam sind zu sehen. Die Aufmerksamkeit der Gäste gilt nicht etwa einem jungen Paar, sondern mit Büchern gefüllten Kartons – gestapelt in einer Ecke des Raumes. Weiterlesen »

Wie die Übersetzung der Bibel die tatarische Sprache bereichert

Zum englischen Originalartikel von SIL, einer Partnerorganisation von Wycliff:
https://eurasia.sil.org/topics/translation/the_tatar_bible

Mädchen in weiß-hellblauem Kostüm vor weiß-rot-goldenem Hintergrund streckt die Arme zur Seite und hat die Augen geschlossen.
Foto: Michael Greed, SIL

Kasan, die Haupstadt von Tatarstan, liegt am Ufer der Wolga im europäischen Russland. Als 1994 ein Institutsleiter der dortigen Akademie der Wissenschaften eine Übereinkunft mit dem Institut für Bibelübersetzung in Moskau unterzeichnete, tat er es, weil er die Bibel als Werk der Weltliteratur erkannte und glaubte, dass eine Sprache ohne sie verarmt ist.

Über 20 Jahre harter Arbeit später hat die Bibel auf Tatarisch die lexikalischen und semantischen Möglichkeiten der Sprache bereichert und ihre Kapazität vergrößert, eine Vielzahl von Begriffen und Konzepten auszudrücken. Weiterlesen »

Die eigene Sprache schätzen lernen

Wiese, dahinter Bäume und Büsche. Auf Bänken sitzen afrikanische Menschen, einer, der Sprecher, steht davor vor einem Tisch.
Bei einem Workshop helfen Ruuli-Nyala-Sprecher dem Übersetzungsteam, einen Übersetzungsentwurf der Apostelgeschichte zu überprüfen. (Foto: Musisi Vicent Salongo)

“Wenn es dieses Übersetzungsprojekt nicht gäbe, dann wäre unsere Sprache vielleicht ausgestorben.” Nakasongola, Uganda

Nafutali ‘Magala’ Walugendo ist ein pensionierter Volksschullehrer und ein Sonderberater des Ruuli-Königs. Vor einiger Zeit erzählte er, warum er es so schätzt, dass durch Bibelübersetzung die Verwendung der Muttersprachen gefördert wird.

„Als ich in die Mittel- und Oberschule ging“, erinnert er sich, „konnte man keine andere Sprache verwenden als Ganda und Englisch. Und wenn man einen Namen hatte, der keinem Namen in Ganda entsprach, wurde der Name sofort geändert.

Mein richtiger Name ist Walugendo. Weiterlesen »

Die richtigen Worte …

Im Oktober 2016 war es soweit: Die Übersetzung der Offenbarung war von den Saliba-Übersetzern in Papua-Neuguinea mehrmals überarbeitet worden. Nun wollte ich sie mit einigen Teammitgliedern nochmals genau durchlesen, bevor das Buch in einem der Dörfer auf Verständlichkeit geprüft werden sollte. Meine Aufgabe war, sicherzustellen, dass der Text vollständig und auch richtig übersetzt war.

An einem braunen Tisch sitzen nebeneinander vier Männer mitteldunkler Hautfarbe, die Hemden tragen. Vor ihnen stehen Computer.
Das Saliba-Übersetzungsteam in Papua-Neuguinea

An vier Stellen in der Offenbarung ging es auch um die Begriffe „Zauberer“ bzw. „Zauberei“. In den ersten Versionen hatten die Übersetzer den Begriff „Machenschaften der Dunkelheit“ (masigili kabikabidi) dafür verwendet. Beim Überprüfen waren diesmal auch andere Mitarbeiter dabei, und einer sagte, dass dieser Ausdruck nicht klar sei. Wir sollten besser laukukula­­ verwenden. Die anderen stimmten sofort zu. Ich versuchte zu sagen, dass dieser Begriff sich nur auf Wortzauber beziehe und daher zu eng gefasst sei. Es gäbe viele Arten von Zauberei und wir müssten einen Überbegriff nehmen, der alle Formen abdeckt. Da stieß ich auf Widerstand. In der nachfolgenden Diskussion stellte sich heraus, dass in den englischen Übersetzungen, die unsere Saliba-Mitarbeiter verwendeten, „magic spells“ stand. Das kann man tatsächlich mit „Wortzauber“ übersetzen. Meine Mitarbeiter erklärten mir, laukukula­­ sei in Ordnung, und es gebe keinen übergeordneten oder besseren Begriff. Ich ließ die Sache erst einmal auf sich beruhen. Weiterlesen »