Gewässer mit Kanu, davor Wiese, dahinter ein Hang mit Häusern. Am Kanu hebt ein Mann im karierten Hemd eine kleine Fischreuse.
Fischer in der Elfenbeinküste. – Foto: Cyprien Hauser, creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0, aufgehellt

Als ich 1994 zum Volk der Adioukrou in der Elfenbeinküste kam, fragte ich den einheimischen Mitarbeiter Mesmin Yedoh, was ihn motivierte, sich am Übersetzungprojekt zu beteiligen.

Er antwortete: „Als ich zum ersten Mal gebeten ­wurde­­ mitzumachen, empfahl ich stattdessen meinen Freund. Dann wurde er zum Übersetzerstudium geschickt, und man hat mich erneut gefragt.

Seither bin ich dabei – denn inzwischen hatte ich grobe Übersetzungsfehler gehört, wenn Pfarrer aus anderen Volksgruppen auf Französisch predigten oder bei Kirchensitzungen sprachen, und der mündliche Übersetzer zu wenig Französisch verstand. Zum Beispiel werden die französischen Worte pêcheur / pécheur gleich ausgesprochen, das erste bedeutet jedoch Fischer und das zweite Sünder.“

Diese beiden Wörter haben das Potenzial, falsch übersetzt zu werden.

Petrus‘ Worte zu den anderen Jüngern nach der Auferstehung, ‚Ich gehe fischen‘ ( Joh 21, 3), könnten sehr leicht so ins Adioukrou übersetzt werden: ‚Ich gehe ­sündigen.‘ (Und sie antworteten ihm: ‚Wir kommen mit.‘)

Und ‚Die da sündigen, die weise zurecht vor allen!‘ (1. Tim 5, 20) könnte auch so übersetzt werden: ‚Die da fischen, die weise zurecht vor allen!‘ Damit wäre Fischen verboten! Viele Adioukrous sind Fischer.

„Wenn die Bibel in unsere Sprache übersetzt ist“, meinte Mesmin, „können solche Fehler nicht mehr passieren.“

– von Eveline Gühring

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